Lebenslauf (bis Abitur).


Geboren am 18. 2. 1931 in Weimar/Thüringen. Ab 1937 Besuch der Volksschule. 1943 bis Anfang 1945 Schüler der Aufbauschule. Mit Kriegsende etwa einjähriger Schulausfall. Ab 1946 Besuch der Schiller-Oberschule (heute Gymnasium). Abitur 1949.  Erste Ehe von 1955-1969 mit der Biologin Ulrike Müller (1932-1969). Drei Kinder. Seit 1969 verheiratet mit der Diplom-Biologin Irene Hermanns. Eine Tochter. 

Beruflicher Werdegang.

Nach Schulende 2 Monate Gartenbaulehrling in Weimar. Wechsel in das Baustoffprüfungsamt der Hochschule für Architektur in Weimar. Hier Hilfslaborant bis zum Herbst 1950.

Von 1950 bis 1951 Studium an der Pädagogischen Fakultät der Universität Jena, Schwerpunkt Biologie. Dann Umschreibung auf den Diplom-Studiengang der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Einführung in die Mooskunde durch Prof. Theodor Herzog. Ab 1953 Hilfsassistent im Herbarium Haussknecht bzw. bei Prof. Otto Schwarz. Bald mit selbstständiger Leitung von Exkursionen und Freilandkursen betraut. Im Juni 1955 Diplom-Prüfung im Hauptfach Botanik bei Prof. Schwarz mit Abgabe einer taxonomisch-pflanzengeographischen Arbeit mit dem Thema „Die Gattung Sorbus in Thüringen“. Auf Empfehlung von Prof Schwarz ab 1955 als wiss. Assistent am Botanischen Institut der Landwirtschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität in Berlin tätig. Selbständige Exkursionen sowie Vorlesungen zur Systematik. Erste, publizierte Bearbeitung der „Trümmerflora Berlins“ sowie Arbeiten für eine eventuelle Habilitation, so z. B. zur Flechtenflora Ostberlins als Zeiger der Luftverschmutzung und Kartierung der Flora der Märkischen Schweiz bei Buckow (zusammen mit einer studentischen Arbeitsgemeinschaft). Für eine Dissertation hatte man mir ein ökologisch-pflanzensoziologisches Thema mit dem Titel „Ursachen der Rieselmüdigkeit“ aufgetragen. Hierbei nutzte ich erstmals die von Heinz Ellenberg aufgestellten „Ökologischen Zeigerarten“. Wegen zunehmender politischer Repressalien, inklusive in Fragestellung einer weiteren wissenschaftlichen Laufbahn im Juli 1958 Flucht mit der inzwischen 3-köpfigen Familie in den Westen nach Tübingen. Erste Anstellung bei Prof. Walter Zimmermann als Hilfsgärtner mit der Aufgabe, seine Examenskandidaten zu betreuen. Im Februar 1959 Promotion mit meinem berliner Thema. Ab Sommer dann wieder wiss. Assistent am Institut für Angewandte Botanik (das die Spezielle Botanik vertrat) tätig. Selbständig geführte Praktika und Exkursionen waren auch hier die Regel. Mit dem Kommen von Prof. Mägdefrau wurden diese Rechte beschränkt. Sie waren jetzt allein den Habilitierten vorbehalten. Ich wurde zu einem Wechsel genötigt und meine Wahl fiel auf Heidelberg, der Lieblingsstadt meiner Jugend. Dort war Prof. Werner Rauh Direktor des Instituts für Systematische Botanik. Hier war ich als wiss. Assistent wiederum für Praktika und Exkursionen verpflichtet. Ich vertiefte meine Mooskenntnisse und setzte die Arbeiten an einer Moosflora Südwestdeutschlands fort. Beendete diese Bryogeographie und veröffentlichte auch die Sorbus-Arten Thüringens und Bayerns. 1966 durfte ich an einer mehrmonatigen Exkursion von Prof. Rauh in Mexiko teilnehmen. Auch einmal die Tropen, besonders unter seiner sachkundigen Führung kennen zu lernen, machte großen Spaß. Ich sammelte Moose, Farne und Peperomia-Arten. Heimgekehrt nach Heidelberg kam es wegen eines Großpraktikums leider zum Bruch. Ich kündigte und arbeitete als Biologielehrer von Januar 1967 bis Oktober 1969 am Kant-Gymnasium in Karlsruhe.. Nebenbei vollendete ich meine taxonomische Übersicht der Peperomia-Arten Afrikas. Die viel interessantere Bearbeitung der 50 madagassischen Arten konnte leider nicht abgeschlossen werden, da Prof. Humbert in Paris seine Aufsammlungen noch selbst bearbeiten wollte. 1969 bewarb ich mich mit Unterstützung von Prof. Heinz Ellenberg bei Prof. Kelle an der Pädagogischen Hochschule in Oldenburg. So wurde ich 1969 wieder wiss. Assistent und gleichzeitig stellvertretender Leiter des dortigen Botanischen Gartens. 1971 bewarb ich mich in Duisburg und wurde so Lehrstuhlinhaber für Botanik und ihre Didaktik an der späteren Mercator-Universität. Dort konnte ich ein ziemlich erfolgreiches Zentrum für Moosforschung begründen. Erfolge waren neben der bryologischen Erforschung von NRW, wie auch anderer Teile der Bundesrepublik Anfänge der Mooskartierung der Bundesrepublik sowie Nordtirols. Dazu die kam die Erarbeitung einer ersten Moosflora Deutschlands (im 1. Band mit L. Meinunger). Dr. F. Koppe, der allgemein anerkannte Bryologe Deutschlands, sah in mir seinen Nachfolger. Er vermachte er mir sein umfangreiches Herbar. Sollte ich das Herbar abgeben, dann nur an ein größeres Museum mit einem Bryologen. So gingen zuerst die Lebermoose nach Berlin, jedoch gab Prof. Schultze-Motel alsbald seinen Dienst auf, und es gab keinen direkten Nachfolger. Prof. Volkmar Wirth vermittelte dann die bezahlte Übernahme ins Stuttgarter Naturkundemuseum. Dr. Nebel , als dafür eingestellter Bryologe, besorgte für die Sammlung 100000 DM. Mit diesem Geld gründeten Prof. Dr. Volkmar Wirth und ich die Dr. Fritz Koppe-Stiftung. Inzwischen konnten etwa ein Dutzend verdienter deutschsprachiger Moosforscher mit dem aus den Zinsen gewonnenen Koppe-Preisen ausgezeichnet werden. Nachdem meine Frau Irene ihre Tätigkeit als Biologielehrerin wieder aufgegeben hatte, gründete sie auf meinen Vorschlag hin den IDH-Verlag. Hier wurden bisher, außer anderen Büchern, auch 10 Bände der „Bryologischen Beiträge“ herausgegeben. Zu Februar1996 wurde ich emeritiert, d. h. in den (Un)ruhestand versetzt.

Ein wichtiges Resultat meines Werdegangs ist mein Engagement für unsere vielfach gefährdete Mitwelt. Deshalb ist es mein größter Wunsch auch weiterhin für die Liebe zur Natur zu werben. Mein Streben geht heutzutage vor allem dahin, den Menschen mit meinen Schriften, wie auch mit meinen Bildern die Augen für ihre lebendige Umwelt zu öffnen und sie mit interessanten Fakten zur Lebensweise und zum Nutzen zu begeistern. Interessantes und Wissenswertes zu vermitteln fördert das Umweltbewusstsein sicher mehr als immer neue, nicht kontrollierte Umweltparagrafen und jene schönen Sonntagsreden die wir von manchen unserer Politiker vernehmen.  Es gibt nichts Gutes, es sei den man tut es!